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Geschäftsbericht 2002
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| Magazin | Geschäfte ausbauen |
Dispersionen - viel mehr als as nur eine weitere Produktlinie
 
Mit dem Kauf des Dispersionsgeschäfts von Clariant erweitert Celanese seine Acetyl- Wertschöpfungskette zum Endkunden hin. Damit stärken wir unser Kerngeschäft, profitieren von der Markt- und Kundenorientierung des Dispersionsgeschäfts und entwickeln uns in Richtung eines werthaltigen, weniger zyklischen Unternehmens.




  Slideshow   In den beiden Sprühtrocknern des
Pulverbetriebs wird den flüssigen
Emulsionen das Wasser entzogen.
Emulsionspulver verbessern
insbesondere die Beständigkeit und
Verarbeitbarkeit von Baumaterialien.

 
 

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Kunden bestimmen das Geschäft

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Eine Investition in Kundenfokus und Marktorientierung

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Führend bei Dispersionen

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Verbinden, schützen, kleben

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Vorbildliche Logistik

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Neue Wege auch für das Dispersionsgeschäft


„Wichtig für den Markterfolg einer Wandfarbe ist, wie sie sich anfühlt. Wie dick und klebrig ist die Farbe, spritzt sie, rutscht die Rolle durch?“ Malermeister Henning vom Dispersionsgeschäft weiß, worauf die Kunden achten. Während er im Farbenlabor die unterschiedlichen Farben aufträgt und beschreibt, untersuchen seine Kollegen im Analytik-Labor die Eigenschaften der verschiedenen Dispersionen, die Wasser und Pigmente verbinden.

Ist der Kunde mit der Anstrichfarbe zufrieden? Diese Frage kann Malermeister Bernd Henning beantworten, der die Anstrichfarben kontinuierlichen Praxistests unterzieht.

Beschichtungen müssen Sonnenlicht und Hitze standhalten. An dieser Teststation werden die Beschichtungen extremer Hitze und Lichtbestrahlung ausgesetzt, um deren Beständigkeit zu prüfen.



Kunden bestimmen das Geschäft

„Wir müssen die Wünsche unserer Kunden genau kennen. Dazu gehören auch die Erwartungen, die Endkunden haben. In unseren Farb- und Klebstofflabors sowie im Freibewitterungsgelände testen wir die Endprodukte unter vergleichbaren Bedingungen wie unsere Kunden und die Endverbraucher in der Realität und können unsere Dispersionen entsprechend weiterentwickeln und verbessern“, erläutert Rolf Kuropka, Leiter des technischen Marketings in Deutschland, die Ziele der Anwendungstechnik. „Mittlerweile haben wir ein so umfangreiches Wissen über die Kundenwünsche, dass wir für viele unserer Kunden die kompletten Rezepte für ihre Endprodukte entwickeln.“

„Häufig treten Kunden direkt an die Forschung und Entwicklung heran und erläutern ein konkretes Anwendungsproblem – beispielsweise den Wunsch nach einer Fassadenfarbe mit reduzierter Anschmutzneigung“, beschreibt Bernhard Momper, Leiter der Forschung und Entwicklung, den Prozess. „Gemeinsam werden dann die Anforderungen an das neue Produkt formuliert und ein regelrechtes Pflichtenheft für die Umsetzung aufgestellt.“ Die Forscher entwickeln angepasste, maßgeschneiderte Lösungsvorschläge, die aber nicht nur die technischen Anforderungen des Kunden im Blick haben, sondern ebenso die Möglichkeiten, sie so effizient wie möglich in der Produktion umzusetzen.


Eine Investition in Kundenfokus und Marktorientierung

Diese engen Kundenbeziehungen und das gewachsene Marktverständnis sind die großen Stärken des Dispersionsgeschäfts. Stärken, von denen Celanese insgesamt profitieren kann, wie Bill Massa, Vice President Strategic Activities Group bei Celanese Chemicals, betont: „Wir müssen näher an unsere Märkte und Endkunden heran. Es reicht nicht allein bei Basischemikalien, Produktionsverfahren und Kostenoptimierung eine führende Position zu besetzen. Technologie und Produkte müssen dem Markt folgen.“

Doch Kostenführerschaft ist die traditionelle Perspektive bei Celanese Chemicals. Die Basischemikalien wie Essigsäure, Vinylacetatmonomer und Essigsäurederivate werden in kontinuierlichen Prozessen in großen Anlagen hergestellt. Der Fokus liegt darauf, diese Prozesse zu verbessern und die Produktionskosten zu senken. Hier gehört Celanese zu den führenden Unternehmen. Bei den Dispersionen stehen das Marktverständnis und die individuelle Unterstützung der Kunden im Vordergrund. Das intensive Verständnis für die Probleme und die Denkweise der Kunden ist hier Voraussetzung für den Erfolg. Dies wird bei Celanese eine zunehmend wichtige Rolle spielen. „Mit unserem Erfahrungshintergrund, der sich auf Basischemikalien konzentriert, ist es für uns schwierig, neue Perspektiven auf Endkunden und Märkte zu gewinnen. Hier erwarten wir weiterführende Einblicke von unseren neuen Kollegen aus dem Dispersionsgeschäft, das höherwertige Chemikalien mit Blick auf den Kunden herstellt“, erklärt Bill Massa.


Führend bei Dispersionen

Celanese ist in Europa seit Januar 2003 die Nr. 1 im Bereich der Vinylacetat-Dispersionen, die Nr. 2 im europäischen Markt bei Dispersionen für Lacke und Klebstoffe und weltweit die Nr. 3 im Segment der Dispersionspulver. Zugleich hat das Unternehmen rund 650 neue Mitarbeiter, vier Produktionsstätten, sieben Technologie- und Forschungsstandorte und eine starke Marketing- und Kundenorganisation hinzugewonnen. Dispersionen können durch die Polymerisation von Vinylacetatmonomer (VAM) oder durch die Copolymerisation von VAM, Acrylaten oder Styrolacrylaten mit anderen Monomeren (z.B. Ethylen, Acrylaten) oder Maleaten hergestellt werden. Dabei wird häufig Polyvinylalkohol als Schutzkolloid verwendet.

Bereits heute ist Celanese der wichtigste Lieferant von Vorprodukten für das Geschäft. Die Dispersionsbetriebe in Tarragona, Spanien, und Frankfurt-Höchst werden direkt von benachbarten Celanese Chemicals Betrieben mit Vinylacetatmonomer und anderen Vorprodukten versorgt. Die Standorte in Perstop, Schweden, und Koper, Slowenien, bekommen ebenfalls einen Großteil ihrer Vorprodukte von Celanese. Durch die Zunahme des unternehmensinternen Verbrauchs von Vinylacetatmonomer und anderer Vorprodukte verringern wir die Abhängigkeit von Marktschwankungen und steigern unseren Wert.


Verbinden, schützen, kleben

Dispersionen sind im täglichen Leben überall präsent, beispielsweise als Bindemittel in Anstrichfarben und Putz, als Schutzfilm für Beton oder Holz, als Klebstoff für Papier und Verpackungsmaterial, Holzleim oder um hochwertigem Papier seinen Glanz zu verleihen. All diese Produkte, die ihre spezifischen Eigenschaften wesentlich den Dispersionen verdanken, können ohne oder mit wenig Lösemitteln formuliert werden. Dies ist langfristig ein ganz entscheidender Vorteil: Aus Gesundheits- und Umweltschutzgründen wird bei Produkten, die im Haushalt eingesetzt werden, zunehmend erwartet, dass sie möglichst wenig Lösungsmittelzusätze enthalten.

Weitere Spezialitäten des Dispersionsgeschäfts sind Bindemittel zur industriellen Beschichtung von Dachsteinen zu dekorativen und Schutzzwecken. Auch in diesem Bereich müssen extrem hohe Kundenanforderungen erfüllt werden - nicht nur in Bezug auf die Wetterstabilität, sondern auch, was die Verarbeitung im Produktionsprozess betrifft.


Das innovative Logistikkonzept setzt ausschließlich Tanklastwagen einer Transportfirma ein. Das Ergebnis: niedrigere Kosten und höhere Lieferzuverlässigkeit.



Vorbildliche Logistik

„Wir wollten, dass unsere Mitarbeiter proaktiv Nachfrage und Lieferung managen können, anstatt Feuerwehr zu spielen und Probleme auf den letzten Drücker zu lösen“, erklärt Helmut Plum, Geschäftsführer des Dispersionsgeschäfts in Deutschland, die Motivation für die Einführung eines neuen Supply Chain Management-Prozesses vor über einem Jahr - mit Erfolg: Die Produktivität nahm um 25 % zu und die Lieferzuverlässigkeit verbesserte sich auf rund 98 %. Der neue Prozess umfasst Nachfrage- und Kapazitätsplanung sowie Produktions- und Lieferterminierung. Mit diesen vier Bestandteilen konnte das Geschäft die Kapazitätsauslastung, die Produktverfügbarkeit, die Bereitstellung von Produktionsmitteln und die Lieferzuverlässigkeit optimieren. Der Prozess wird durch ein neues Logistikkonzept unterstützt.

„Einen Tankzug zu befüllen kann bis zu vier Stunden dauern, je nachdem, wie zähflüssig das Produkt ist. Dies führte häufig zu Wartezeiten“, erläutert Friedrich Heßel, Betriebsleiter Dispersionen. Heutzutage werden nur noch Tankfahrzeuge der Logistikfirma Rinnen eingesetzt, um das Befüllen der Tanks über die ganze Woche zu verteilen und eine verlässliche Lieferung sicherstellen zu können.


Das Celanese Emulsions Integrationsteam: Die Experten für Technologie und Produktion (v.l.n.r.): Peter Ronge, Betriebsleiter, Heinz-Josef Thevissen und Joachim Kögler vom Dispersionsgeschäft und Jürgen Brandt, Celanese Chemicals, betrachten die drei Produktionsanlagen.

Dieses Team der Celanese Chemicals in Dallas ist für die Strategieumsetzung verantwortlich (v.l.n.r.): Phil McDivitt, Bruce Bennett, Mark Murray und Bill Massa.



Neue Wege auch für das Dispersionsgeschäft

Celanese hat ein Geschäft mit hervorragenden Kompetenzen in Kundenbetreuung, Marktentwicklung, Technologie, Logistik und Management erworben. Das Unternehmen erwartet daraus einen Anschub für seine Strategie, sich in Richtung kundennaher, hochwertiger Spezialchemikalien weiterzuentwickeln. Aber die Erkenntnisse gehen auch in die umgekehrte Richtung: Celanese hat in den vergangenen Jahren mit Six Sigma und vergleichbaren Programmen, die so genannte „Operational Excellence“, also die betrieblichen Abläufe durch klare Prioritäten und durch systematisierte Prozesse effizienter gemacht. Das Dispersionsgeschäft hat über die letzten Jahre bereits seine Produktivität gesteigert und Kosten reduziert. Jetzt kooperieren Experten der Celanese Chemicals mit ihren neuen Kollegen, um weitere Verbesserungspotenziale zu identifizieren und umzusetzen.

 
 
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